ANGEL 2005–2007
Performance















zeitraumexit Mannheim (DE), Festival frisch eingetroffen
Anhand meiner eigenen Bühnengeschichte vollziehe ich in der Performance “Angel” eine Metamorphose von der Schauspielerin in die Performerin. Die Figur ‘Titty’ betritt den Bühnenraum. Sie tritt ans Mikrophon, aber ihre Stimme ist nicht vorhanden. Es sind im Körper artikulierte Gedanken da, die aber stimmlich nicht hörbar werden. Titty’s Stimme ist ganz unsichtbar geworden. Ihr ganzes Verhalten wirkt wie ein chemischer Klebstoff. Sie lächelt. Sie lächelt unaufhörlich. Nach einer gewissen Zeit beginnt eine suksessive Verwandlung der Schauspielerin in der Rolle von Titty in die Performerin. Titty verwandelt sich in einen Vogel, durch den die Peformerin und ihre Stimme hörbar werden. In der Weiterentwicklung ist es ein Spiel mit der menschlichen Stimme und mit der Zeit werden Gefühle und Gedanken hörbar, die von der Stimme getragen werden. “Angel” endet in einem ‘Nur-Atmen’.
“Angela Hausheer aus Zürich begibt sich still zum Apfel-Laptop und produziert erstmal einen Klangteppich. Theaterproben? “Nach Moskau!” kann man einmal heraushören, dann tritt die Künstlerin selbst in Aktion, ein Strahlefräulein, das die Brüste reckt. Sie entledigt sich unter grotesken Verrenkungen und schrillen bis wütenden Lauten ihrer aufgesetzten Hysterie, schält sich die künstlichen Brustaufstockungen und das süße Jäckchen vom Leibe, kommt vom anstrengend dauerlächelnden Diven-Trip herunter in die Tiefe eines Nur-Atmens. Stille. “Angel” ist eine witzige, emotional und geistig berührende Arbeit von Hausheer, eine Schauspielerinnenkarriere wird reflektiert, fast damit abgerechnet. Elemente von Theater und Happening treffen aufeinander, und das ist erklärtes Ziel des Abends, die Begegnung der verschiedenen Formen von Darstellung.” – Tageszeitung Mannheimer Morgen 18.07.2006
Fotos: Leo Bachmann